fRohe Berufung

Liebe, was du tust und tue, was du liebst,
und du wirst in deinem ganzen Leben keinen Tag mehr arbeiten!

Jeder Mensch hat eine Berufung, eine ganz persönliche Bestimmung, die nur er erfüllen kann. Die meisten Menschen arbeiten nicht nach dieser Bestimmung und eigentlich wissen sie noch nicht einmal, was ihre Berufung ist. So ist es mir auch ergangen. 25 Jahre meines Lebens habe ich meine Zeit mit für mich persönlich, sinnlosen Job verbracht. Die Arbeit war bei weitem nicht die schlechteste und an viele Tagen hatte ich sogar das Gefühl, dass mir die Arbeit Spaß bringen würde. Und dennoch, eines wusste ich immer: Wenn ich das Geld, welches ich mit dieser Arbeit verdiente, auch bekäme, ohne diese Arbeit auszuführen, dann wäre ich ihr nicht nachgegangen.

Woran erkennt man seine Berufung?

Seine Berufung erkennt man daran, dass man einer Arbeit nachgeht, die man auch ohne Bezahlung ausführen würde. Und nicht nur das. Im Grunde ist es noch viel mehr. Man wird geradezu davon getrieben, diese Arbeit auszuführen… auf positive Weise… und sie erfüllt den Menschen mit großer Freude.

„Sei nicht der Diener eines anderen,
wenn du als eigener Herr kannst wandern.“
Philippus Theophrastus Paracelus

Mein Weg zur Berufung

Nachdem ich 2007 auf einen Rohkostanteil von 85 – 100% umgestiegen bin, schärften sich meine Sinne, die Wahrnehmung, mein Denken wurde klarer, die Konturen von allem, was ich sah, wurden schärfer, alles erschien mir plötzlich so klar. Bald darauf stellte sich ein resignierendes Gefühl meiner damaligen Arbeit gegenüber ein. Obwohl ich für mich beruflich einiges erreicht hatte, erkannte ich die stupide Eintönigkeit und Sinnlosigkeit meines öden Büroalltags. Das, was ich tat, diente in erster Linie der Profitsteigerung eines Unternehmens und erst in 2. Linie dem Menschen. Der Gedanke, noch weitere 25 Jahre diesen für mich persönlich bedeutungslosen Job auszuführen, war absolut unvorstellbar.

Im Dezember 2008 stellte ich meine Ernährung dann komplett auf 100% Rohkost um. Ein halbes Jahr später verabschiedete ich mich von meinem Hauptjob. Zeitgleich wendete ich mich neuen Tätigkeiten zu, die vom Gedanken getragen wurden, die Welt über die wunderbare Wirkungsweise der Rohkost zu informieren. Ich rief meine erste informative Rohkost-Website mit dem Namen Rohspirit ins Leben, buchte eine mehr-wöchige USA-Rohkost-Reise, besuchte in den Staaten zig Rohkost-Restaurants und das Raw Spirit Festival, lernte dort führende Rohköstler kennen wie Dr. Brian Clement oder Markus Rohtkranz. Noch während der Reise berichtete ich auf meiner Website über den Rohkost-Trend der Staaten.

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Reiseberichte schreiben im Cafe Gratitude bei veganer Roh-Torte

Die Erkenntnis

Zwei Tage nach der USA-Raw-Tour begegnete ich im Oktober 2009 David Wolfe auf dem Wurzel-Kongress in Berlin. Er sagte, dass der Rohkost-Trend in Deutschland etwa 15 Jahre hinter dem der USA liegt. Allein in Kalifornien, von der Größe her vergleichbar mit Deutschland, gab es zu dem Zeitpunkt über 40 Rohkost-Restaurants. In Deutschland gab‘ es zu dem Zeitpunkt nicht einmal eines. Lediglich ein Gourmet-Veganer in Berlin bot eine handvoll Rohkost-Gerichte an. David Wolfe sprach vor 70 Menschen und er sagte: „Leute, die deutsche Rohkost-Szene braucht EUCH!!! Jeden einzelnen und zwar ganz!!! Wenn nicht ihr, wer soll denn dann die Rohkost nach Deutschland bringen?“ Ja natürlich, David hatte absolut Recht. Wir waren 70 Personen, die dort vor ihm saßen und wir wussten, dass es nur vereinzelt weitere Leute gab, die ebenso lebten, wie wir. Wenn nicht wir, wer dann? Und Deutschland braucht die Energie von jedem einzelnen von uns und selbst dann ist es erstmal nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir sind 80 Millionen Menschen in Deutschland. Wenn 100 Personen die Rohkost vorantreiben, dann ist das ein winziger Promillebereich. Das besondere an der Rohkost-Energie ist jedoch, dass sie sich nicht steigert wie konventionelle Energien, bei denen der Anstieg folgendermaßen verläuft:

1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 usw.

Die reinen Rohkost-Energien steigern sich wie folgt:

1 – 2 – 4 – 8 – 16 – 32 – 64 – 128 usw.

Das ist der entscheidende Unterschied. Wenn man sich in der Rohkost verbindet, dann potenziert sich die Kraft um ein Vielfaches.

Nach dem Kongress mit David Wolfe war mir klar, dass ich für die Rohkost nicht nur nebenbei arbeiten kann, sondern dass ich es hauptberuflich betreiben muss. Somit gründete ich weitere Projekte wie GermanyGoesRaw, Rohzepte (anklicken) oder „Rohkost-Potlucks in jeder deutschen Großstadt“. Ich betrieb umfangreiche Marktrecherchen, analysierte das Segment rauf und runter… schrieb‘ wöchentlich Presseartikel über die Rohkost und den Trend in Deutschland, welche ich an über 100 Fachverlage sendetet und in diversen Internet-Presse-Portalen veröffentlichte. Weiterhin unterstützte ich Rohkostfirmen und einige „SuperheRohs“ im Bereich Marketing und PR. Bald darauf buchte ich meine 2. Raw-Tour durch die Staaten und belegte dort einen mehrwöchigen Zubereitungs-Workshop im LivingLight – eine der besten Rohkost-Ausbildungsstätten, die diese Welt zu bieten hat. Wieder zu Hause angekommen erstellte ich zwei eBooks: „Raw Food – gesund durch Kalifornien“ und „Die Geheimnisse der Rohkost“.

Mittlerweile bekomme ich fast täglich Emails von Rohköstlern, die dachten, sie seien die einzigen auf der Welt, die nach dieser Ernährungsform leben und plötzlich stellen sie auf den Seiten von GermanyGoesRaw fest, dass wir sooooo viele sind. Die Zeit des einsamen Rohkost-Lebens ist endgültig vorbei und die Zeit der falschen Arbeit ebenfalls.

Endlich habe ich meine Berufung gefunden. Für mich ist eines klar: Ich werde die Botschaft der Rohkost in die Welt bringen. Dafür brenne ich, das ist meine Leidenschaft. Und nichts anderes auf dieser Welt möchte ich machen.

Seitdem ich meine Berufung lebe, arbeite ich nicht mehr. Jedenfalls empfinde ich das, was ich tue, nicht im klassischen Sinne als Arbeit, sondern vielmehr als Vergnügen. Und somit vergnüge ich mich heute viele viele Stunden mehr als ich früher gearbeitet habe. Ich liebe meine Berufung so sehr, dass ich gar nichts anderes machen möchte. Manchmal muss ich mich direkt dazu aufraffen, einer Art Freizeitbeschäftigung nachzugehen, wie spazieren gehen, mit Freunden treffen, in den Urlaub fahren etc. Früher konnte ich mir das gar nicht vorstellen, aber seitdem ich weiß, wie es ist, seine Berufung zu leben, weiß ich auch, dass die eigene Berufung wohltuend ist, wie eine entspannende Meditation. Ständig strömen neue Ideen und Gedanken herein. Man muss nur zugreifen und denen nachgehen, die man am aktraktivsten findet. Seitdem ich dies lebe ist mir klar geworden, dass das Leben so und nicht anders gedacht ist.

Nun werden sicher viele Leser sagen: „Ja, das will ich ja auch, aber wie finde ich meine Berufung?“ Leider kann ich diese Frage nicht beantworten. Bei mir ist es eher so, dass die Berufung mich jeden Tag auf’s Neue findet und nicht ich sie. Es beginnt jeden Morgen auf’s Neue, beim Aufwachen – ohne Wecker. Das Aufwachen geschieht, es ist nichts zu tun, weil nichts getan werden muss… und dann verspüre ich auf einmal Impulse, Gedanken, Ideen, etwas ganz bestimmtes zu tun. Das ist der Moment, an dem ich dann aufstehe und den Impulsen folge, die mich zu dem, was ich tue (be-)rufen.

In Liebe zur Rohkost

Heike

Meditative Arbeit – TV-Interview an (m)einer Wasserquelle

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